Frischluft nach Plan! – Lüftungskonzept für Neu- und Bestandsbauten Teil 3/3

Unauffällig und geräuschlos

 

Zu Bedenken ist, dass in der kalten Jahreszeit die mit wertvoller Energie erzeugte Wärme durch den Austausch mit Fensterfalzlüftern ständig heruntergekühlt wird. Hier wird daher zu Lüftungsanlagen geraten, die ständig die Raumluft abführen und frische Außenluft hineinlassen.

 

Die energieeffizienteste Lösung sind Lüftungsanlagen mit Wärmetauscher. Sie können 80 bis 90 Prozent der Wärme aus der Abluft gewinnen und wieder ins Gebäude führen. Damit lassen sich Heizkosten deutlich senken. Und so funktionieren sie: Die Geräte saugen Außenluft an, filtern und erwärmen sie und führen sie nach innen. Gleichzeitig wird die verbrauchte Luft über Rohrleitungen nach außen geführt. Dabei wird ihr Wärme entzogen und der einströmenden Luft  hinzugefügt. Mit Hilfe von Filtern lassen sich Schadstoffe und Pollen entfernen.

Damit wird die Luft insgesamt frischer und gesünder, denn auch freiwerdende Chemikalien aus Möbeln, Teppichen, Farben, Tabakrauch, Putz- und Reinigungsmitteln bleiben nicht lange im Innern des Hauses. Und Wärmeverluste, wie sie die klassische Fensterlüftung mit sich bringt, gibt es quasi nicht.

Fachmännisch installierte Anlagen funktionieren unauffällig und geräuschlos. Sie erzeugen keine Zugluft, weil der Luftaustausch in geschlossenen Systemen vonstatten geht. Die Betreiber müssen auch nicht befürchten, dass ständig kalte Luft in die Zimmer strömt. Lüftungsanlagen sind keine Klimaanlagen, sie kühlen die Luft nicht herunter.

Für Neubauten sind zentral gesteuerte Anlagen eine Möglichkeit, die die Luft im ganzen Haus austauschen. Sie führen der gesamten Wohnung kontinuierlich die benötigte frische, saubere Luft zu und die verbrauchte, belastete Luft ab. In bestehenden Gebäuden sind sie aber oft aus bautechnischen Gründen nicht einsetzbar. Dort bieten sich unter Umständen dezentrale Lüftungssysteme an. Einzelne Räume wie Bad, Schlafzimmer oder Küche, in denen besonders viel Feuchtigkeit entsteht, werden damit geregelt belüftet. Die Geräte lassen sich in den meisten Fällen gut in der Außenwand integrieren und finden auch Platz in abgehängten Decken oder in Küchenzeilen.

Lüftungsanlagen sind im Betrieb verhältnismäßig wartungsarm. Sie enthalten zwei Filter, einen gröberen und einen feinen. Die kann der Betreiber selbst austauschen, wenn sie verschmutzt. Diese Kosten sind allerdings ebenso mit in eine Anschaffung zu berücksichtigen wie die Material- und Lohnkosten der Montage.

 

Insgesamt lässt sich zusammenfassen, dass auf jeden Fall mit einem Fachberater sich in Verbindung gesetzt werden muss, bevor Maßnahmen in Angriff genommen werden. Erst wenn eine Lüftungsanlage rechnerisch installiert werden muss, sind Maßnahmen vorzustellen und in Absprache mit der Bauherrschaft zu planen und sach- und fachgerecht auszuführen.

Frischluft nach Plan! – Lüftungskonzept für Neu- und Bestandsbauten Teil 3/3